Schöne Aussichten - Die berühmten Wien-Bilder des Verlags
Artaria
Farb- und Schwarzweißabbildungen, broschierte Ausgabe, 176
Seiten
erschienen im Christian Brandstätter Verlag, Wien
ISBN
978-3-85033-097 (Softcover), ISBN 978-3-85033-098
(Hardcover)
Ausstellungsdauer: 10. Mai 2007 bis 4. November
2007
Erhältlich in: deutsch
€ 16.00
Prachtvolle Bilddokumente
Zu den wichtigsten und prachtvollsten Bildquellen
der Geschichte Wiens zählt die "Sammlung von Aussichten der
Residenzstadt Wien", die ab 1779 im Verlag Artaria erschien. Es handelt
sich dabei um 57 kolorierte Umrissradierungen, gezeichnet und gestochen
von Carl Schütz, Johann Ziegler und Laurenz Janscha. Vor allem die
Erstausgaben sind Höhepunkte der Wiener Grafikgeschichte.
Als
Zeitfenster für Wien um 1800 sind die Veduten von unschätzbarem Wert.
Denn mit jedem der "perspectivischen Prospecte" erschließt sich dem
Betrachter ein Teil des lebendigen Stadtorganismus. Im 18. Jahrhundert
wuchs die k. k. Residenzstadt architektonisch in die Höhe und breitete
sich mächtig in Vorstädte wie Josefstadt oder Wieden aus.
Kirchen,
Adelspaläste und bürgerliche Stadthäuser entstanden, dazu kamen
Institutionen wie das Allgemeine Krankenhaus und Stätten der Forschung
wie das Josephinum, eine medizinische Lehranstalt für den militärischen
Nachwuchs.
Mitwachsen mit der Zeit
Neue prächtige Gebäude wurden auf den
Wien-Ansichten von Artaria ebenso dokumentiert wie die erstmals für das
Volk geöffneten Grünerholungsgebiete (Augarten, Prater). Gemäß der
Aufklärung präsentieren die Veduten das Bild einer neuen Zeit. Bürger
flanieren selbstbewusst neben Adeligen, Bücher lesende Männer zeugen
von Bildungsidealen.
Die Künstler waren sichtlich bewegt von den
Idealen des aufgeklärten Absolutismus, wie er insbesondere von Joseph
II. verkörpert wurden.
Der "Clou" der erfolgreichen Bilder ist
ihr "Mitwachsen" mit der Zeit. Bis 1846 gab es Neuauflagen, bei denen
alte Details aus den Kupferplatten "gedeckt" und neue hinzugeätzt
wurden – von Bauwerken bis zur jeweils aktuellen Mode der Figuren.
Herzstück
der Ausstellung sind die handkolorierten 57 Ansichten von Schütz,
Ziegler & Janscha, dazu kommen jene farblich subtilen Aquarelle,
die als Vorlagen dienten, aber auch Beispiele anderer Künstler, die ein
neues Bild der Großstadt um 1800 vermittelten.